Veganer Linsenauflauf mit Pilzen und Kartoffelhaube (Shepherd's Pie)
Veganer Linsenauflauf nach britischer Art: ein kräftiges Ragout aus Linsen und Champignons unter goldbraunem Kartoffelpüree, mit Tipp zur Worcestershire-Sauce.

Kaum ein Gericht steht so sehr für britische Hausmannskost wie der Shepherd's Pie. Unter einer goldbraunen Haube aus Kartoffelpüree verbirgt sich ein kräftig geschmortes Ragout, das traditionell aus Lammhack besteht. Wird stattdessen Rind verwendet, heißt das Gericht Cottage Pie – eine Unterscheidung, auf die man in Großbritannien durchaus Wert legt. Beide Varianten gelten als Resteessen: Der Braten vom Sonntag wurde gehackt, mit Zwiebeln geschmort und mit Kartoffeln bedeckt.
Linsen statt Lamm
Für die pflanzliche Version haben sich braune oder grüne Tellerlinsen bewährt. Sie behalten beim Schmoren ihre Form, schmecken erdig und kommen in der Textur Hackfleisch erstaunlich nahe. Rote Linsen zerfallen dagegen zu Brei und gehören eher in Suppen. Fein gehackte Champignons verstärken den herzhaften Charakter, denn beim Anbraten entstehen kräftige Röstaromen.
Ein gutes Ragout beginnt mit Zwiebeln, Karotten und Staudensellerie, die langsam angeschwitzt werden. Tomatenmark wird kurz mitgeröstet, bis es dunkler wird. Thymian und Lorbeer passen hervorragend, auch Rosmarin. Erbsen kommen erst gegen Ende dazu, damit sie grün und knackig bleiben.
Die Sache mit der Worcestershire-Sauce
In vielen britischen Rezepten gehört ein Schuss Worcestershire-Sauce ins Ragout. Was nicht alle wissen: Die bekannte Würzsauce enthält traditionell Sardellen und ist daher weder vegan noch vegetarisch. Inzwischen gibt es vegane Alternativen im Handel. Wer keine findet, mischt Sojasauce mit etwas Balsamico, einer Prise Zucker und einem Hauch Senf – das kommt geschmacklich nah heran.
Ein Püree, das bräunt
Das Kartoffelpüree sollte fester sein als zum normalen Essen, damit es nicht ins Ragout sinkt. Mehligkochende Kartoffeln werden nach dem Kochen gut ausgedampft und dann mit Pflanzenbutter und nur wenig warmer Pflanzenmilch gestampft. Mit einer Gabel zieht man Rillen in die Oberfläche: An den Spitzen bräunt das Püree im Ofen besonders schön.
Wer variieren möchte, ersetzt einen Teil der Kartoffeln durch Süßkartoffeln oder Pastinaken. Die Haube wird dann leicht süßlich und bekommt eine kräftigere Farbe. Auch ein Löffel Senf im Püree bringt eine angenehme Schärfe, die gut zum herzhaften Ragout passt.
Viele weitere britische Klassiker, vom Crumble bis zum Sunday Roast, finden sich auf easy-recipes.co.uk. Die Seite ist hilfreich, wenn man wissen will, wie das Original gewürzt wird, bevor man es pflanzlich nachbaut.
Das Rezept
100 % vegan
Linsenauflauf nach britischer Art
- Vorbereitung
- 30 Min.
- Garzeit
- 1 Std.
- Gesamt
- 1 Std. 30 Min.
- Menge
- 4 Portionen
Zutaten
Tipp: Abhaken, was schon bereitsteht.
Zubereitung
- Die Linsen in Wasser 20 Minuten vorkochen und abgießen.
- Zwiebel, Karotten und Sellerie fein würfeln und im Öl 8 Minuten anschwitzen. Die gehackten Pilze zugeben und braten, bis ihre Flüssigkeit verdampft ist.
- Tomatenmark kurz mitrösten, dann Linsen, Brühe, Würzsauce und Thymian zufügen und 20 Minuten schmoren. Erbsen unterrühren und abschmecken.
- Die Kartoffeln weich kochen, ausdampfen lassen und mit Pflanzenbutter, Pflanzenmilch, Salz und Muskat zu einem festen Püree stampfen.
- Das Ragout in eine Auflaufform füllen, das Püree darauf verstreichen und mit einer Gabel Rillen ziehen.
- Bei 200 °C etwa 25 Minuten backen, bis die Oberfläche goldbraun ist.
Der Pie lässt sich gut am Vortag vorbereiten und erst kurz vor dem Essen überbacken. Im Kühlschrank hält er sich zwei bis drei Tage, eingefroren deutlich länger.