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Veganer Küchenzauber

Bulgarischer Bohneneintopf (Bob Chorba) mit Minze und Bohnenkraut

Bulgarischer Bohneneintopf (Bob Chorba): traditionell fleischlos, mit getrockneter Minze und Bohnenkraut gewürzt und fester Teil von Heiligabend.

Redaktion Veganer Küchenzauber · · 3 Min. Lesezeit · Fertig in 2 Std.

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Bulgarischer Bohneneintopf (Bob Chorba) mit Minze und Bohnenkraut

Fragt man in Bulgarien nach dem Nationalgericht, fallen schnell zwei Antworten: Schopska-Salat und Bob Chorba. Der Bohneneintopf ist so verbreitet, dass er auf den Karten einfacher Gaststätten ebenso steht wie in Kantinen und Familienküchen. Er ist günstig, wärmt im Winter zuverlässig und kommt traditionell ohne Fleisch aus – eine Eigenschaft, die ihm eine feste Rolle an Heiligabend verschafft hat.

Ein Gericht für den Heiligabend (Budni Vecher)

Am Abend vor Weihnachten, dem Budni Vecher, wird in Bulgarien traditionell eine ungerade Anzahl fleischloser Gerichte aufgetischt, oft sieben, neun oder elf. Bohnen fehlen dabei selten, ebenso gefüllte Paprika, Sarmi in Wein- oder Kohlblättern, Kürbisgebäck und ein rundes Festbrot. Der Hintergrund ist das orthodoxe Weihnachtsfasten, das erst mit dem Festtag endet. Eine bekannte Variante des Eintopfs heißt „po manastirski“, nach Klosterart – ein Hinweis darauf, dass Bob Chorba seit jeher auch in der Fastenküche der Klöster zu Hause ist.

Die Gewürze machen den Unterschied

Was Bob Chorba von einem gewöhnlichen Bohneneintopf unterscheidet, sind drei Gewürze. Getrocknete Minze, auf Bulgarisch Dzhodzhen, sorgt für eine frische, leicht kühle Note, die zunächst überrascht, aber hervorragend zu Bohnen passt. Chubritsa, also Bohnenkraut, bringt eine würzige, leicht pfeffrige Tiefe. Und Chervenpiper, mildes rotes Paprikapulver, verleiht dem Eintopf seine orangerote Farbe.

Die Minze gehört erst gegen Ende in den Topf. Kocht sie zu lange, verliert sie ihr frisches Aroma und schmeckt eher nach Heu. Viele reiben die getrockneten Blätter zwischen den Handflächen, bevor sie sie einstreuen, damit sich die ätherischen Öle besser entfalten.

Bulgarisches Bohnenkraut ist etwas aromatischer als das hierzulande übliche Gartenbohnenkraut. In osteuropäischen Lebensmittelläden findet man es manchmal auch in der Gewürzmischung Sharena Sol, wörtlich buntes Salz. Im Zweifel tut es getrocknetes Bohnenkraut aus dem Supermarkt, etwas großzügiger dosiert.

Welche Bohnen?

Traditionell verwendet man große weiße Bohnen, die beim langen Kochen cremig zerfallen. Getrocknete Bohnen sind deutlich aromatischer als Dosenware und machen den Eintopf sämiger, weil beim Kochen Stärke in die Brühe übergeht. Sie brauchen allerdings Zeit: über Nacht einweichen, dann je nach Sorte ein bis zwei Stunden köcheln. Viele Familien gießen das erste Kochwasser nach dem Aufkochen ab, um die Bohnen bekömmlicher zu machen.

Inspiration für weitere bulgarische Klassiker wie Gyuvech oder Banitsa bietet recept.bg. Dort finden sich auch zahlreiche Variationen des Bohneneintopfs, mal dünnflüssig, mal dick eingekocht, mal mit scharfer Peperoni.

Das Rezept

100 % vegan

Bohneneintopf nach Klosterart (Bob Chorba)

Vorbereitung
15 Min.
Garzeit
1 Std. 45 Min.
Gesamt
2 Std.
Menge
4 Portionen

Zutaten

Tipp: Abhaken, was schon bereitsteht.

Zubereitung

  1. Die Bohnen über Nacht einweichen. In frischem Wasser aufkochen, abgießen und mit 2 l frischem Wasser 60 bis 90 Minuten leise köcheln lassen.
  2. Zwiebel, Karotten und Paprika würfeln und nach etwa 45 Minuten Kochzeit zu den Bohnen geben.
  3. 15 Minuten später die Tomaten einrühren.
  4. Öl erhitzen, das Mehl kurz anschwitzen, vom Herd nehmen, Paprikapulver einrühren und mit einer Kelle Brühe glatt rühren.
  5. Die Mischung in den Eintopf geben, Minze und Bohnenkraut zufügen, salzen und pfeffern und 10 Minuten ziehen lassen. Mit gehackter Petersilie servieren.

Serviert im Tontopf

In vielen Restaurants kommt die Chorba in kleinen Tonschalen auf den Tisch, die die Wärme lange halten. Dazu gibt es frisches Weißbrot, eingelegte Peperoni und, wer mag, eine zusätzliche Prise Minze obendrauf.